Drei Angebote. Drei Absagen. Eine Frage.
18. September 2026 | ca. 3 Min. Lesezeit
Irgendwie ist diese Woche nicht so meine Woche.
Zusammen mit einer der besten Grafikdesignerinnen, die ich kenne, saß ich stundenlang an ausführlichen Angeboten. Nicht an einem. Nicht an zwei.
An drei.
Und mit ausführlich meine ich ausführlich.
Kundenwünsche verstehen und beschreiben. Anforderungen durchspielen. Überlegen, was alles passieren könnte. Eventualitäten berücksichtigen. Aufgaben verteilen. Stunden kalkulieren.
Hier vielleicht eine Stunde mehr, dafür dort etwas weniger. Noch einmal rechnen. Noch einmal überlegen: Ist das realistisch? Können wir das dafür wirklich vernünftig umsetzen?
Am Ende stand bei allen drei Angeboten eine Summe, bei der wir beide überzeugt waren:
Nicht zu hoch. Aber eben auch nicht „Billiger Jakob“.
Wir wollen gute Arbeit abliefern. Und gute Arbeit braucht Zeit. Erfahrung übrigens auch.
Dann kamen die Antworten.
Kein Geld.
Kein Budget.
Zu teuer.
Alle drei abgesagt.
Natürlich gehört das zum Geschäft. Nicht aus jedem Angebot wird ein Auftrag. Das weiß ich nach all den Jahren nun wirklich.
Aber wenn man drei Mal hintereinander viel Zeit investiert, Konzepte entwickelt, Anforderungen durchdenkt und sauber kalkuliert – und dreimal letztlich am Preis scheitert –, dann fragt man sich schon:
Wie günstig sollen wir eigentlich noch anbieten?
Oder anders gefragt:
Ist der Markt inzwischen wirklich so kaputt?
Denn irgendwo gibt es eine Grenze. Wir können Stunden reduzieren. Wir können Lösungen vereinfachen. Wir können versuchen, effizienter zu arbeiten – und genau das tun wir ständig.
Aber irgendwann kann man nicht mehr günstiger werden, ohne dass entweder die Qualität leidet oder man anfängt, seine eigene Arbeitszeit zu verschenken.
Und Letzteres ist auf Dauer auch kein Geschäftsmodell.
Vielleicht war es einfach eine schlechte Woche. Vielleicht waren es die falschen Projekte zur falschen Zeit. Vielleicht kommen nächste Woche drei andere Anfragen.
Wer weiß.
Erfahrungsgemäß kommt der nächste größere Auftrag sowieso genau dann, wenn man ihn am wenigsten gebrauchen kann.
Wahrscheinlich eine Woche vor meinem Urlaub.
Also gut.
Etwas frustriert bin ich schon.
Aber es geht weiter.
Immer weiter. :-)