Zwei Stunden Arbeit. Und danach sah alles aus wie vorher.
14. September 2026 | ca. 3 Min. Lesezeit
Joomla behauptete, Version 5.1.4 zu sein. Einige Dateien waren aber offensichtlich aus Joomla 5.3 oder neuer. Und im Backup-Verlauf fand sich schließlich der entscheidende Hinweis: Diese Website war vor Monaten bereits auf Joomla 5.4.0 gewesen.
Willkommen im Versions-Mischmasch.
Wie genau dieser Zustand entstanden ist? Schwer zu sagen. Ein abgebrochenes Update, eine teilweise Wiederherstellung, alte Dateien, die irgendwann über neue kopiert wurden – irgendwo in der Vergangenheit ist etwas schiefgelaufen.
Also begann die Arbeit, die später niemand sieht.
Backups untersuchen. Versionsdateien vergleichen. Joomla-Manifeste kontrollieren. Einen funktionierenden Wiederherstellungspunkt finden. Installation zurücksetzen. Testen. Wieder aktualisieren.
Dann stellte sich noch eine Erweiterung quer. Der Versuch, sie zu deinstallieren, legte kurzerhand das komplette Joomla-Backend lahm.
Also wieder FTP. Plugin außer Gefecht setzen. Backend retten. Erweiterung kontrolliert deaktivieren. Reste beseitigen. Testen.
Und schließlich:
Joomla 5.4.8. Sauber. Stabil. Fehlerfrei.
Nach ungefähr zwei Stunden sah die Website wieder aus wie vorher.
Das ist das Problem.
Der Kunde sieht keinen neuen Header. Keine neue Animation. Keine schicke Funktion. Keine neue Seite. Er sieht exakt die Website, die er vorher auch gesehen hat. Nur dass sie jetzt wieder auf einem technisch sauberen Fundament steht.
Und genau diese zwei Stunden sind bei Freelancern erstaunlich oft die Stunden, die auf keiner Rechnung landen.
„Das kann ich dem Kunden doch nicht berechnen.“
„Er hat ja nichts dafür bestellt.“
„Das Update sollte doch eigentlich schnell gehen.“
Und irgendwo zwischen Verantwortungsgefühl, Professionalität und einer vielleicht etwas zu großen Portion Gutmensch verschwinden wieder zwei Stunden des Arbeitstages.
Dabei wurde nicht „nur ein Fehler behoben“.
Es brauchte Erfahrung, um überhaupt zu erkennen, dass verschiedene Joomla-Versionen miteinander vermischt waren.
Es brauchte Backups, die Monate zurückreichten.
Es brauchte die Entscheidung, nicht einfach irgendwelche Dateien zu überschreiben.
Und es brauchte zwei Stunden Arbeit, damit am Ende nichts verloren ging.
Vielleicht sollten wir Freelancer gelegentlich daran denken:
Wenn nach zwei Stunden Fehlersuche alles wieder genauso aussieht wie vorher, bedeutet das nicht, dass wir nichts geleistet haben.
Manchmal ist genau das die Leistung.
Und jetzt läuft die Website wieder.
Der Kunde merkt nichts.
Perfekt.